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Thema »Hagar«
Hagar
Die Person Hagar habe ich in der Bibel immer anders verstanden. Geht es noch jemandem so?
Beide meistern ihr Schicksal, auch ohne Unterstützung
Ja, da stimme ich dir zu, Vicky. Ich stelle mir das auch wirklich ganz schrecklich für Sara vor: Als ältere, kinderlose Frau von der Jüngeren so gedemütigt zu werden.
Und sie ist ja auch selbst schon mal an den Pharao verschachert worden, konnte/ musste (je nachdem ob sie den Pharao mochte) dann zurückkehren zu Abraham.
Ich stelle mir Hagar in dem Zusammenhang auch als unreife junge Frau vor, die nun endlich aus ihrem Missbrauch durch den Hausherrn heraustritt und endlich, endlich mal Oberwasser hat.
Sara hat ganz bitter dafür bezahlt, dass sie Abraham zu der jungen Frau schickte, die ja wohl gar kein Mitspracherecht hatte.
Ja, es sind beide wirklich tragische Gestalten und deswegen nervt mich halt der Abraham so, der als zukünftiger Vater von Vielen so wenig seinen Mann steht und Verantwortung übernimmt.
Zumindest weiß ich es nicht überliefert.
Wenn man aber bedenkt, was beiden Frauen widerfahren ist, sind sie am Ende doch irgendwie stark, auch ohne männlichen Schutz.
Vielleicht schlüpfen wir in der Geschichte beim Lesen in die Rolle, in die wir uns am besten hineinfühlen können - oder eben gar nicht wollen.
Manchmal finde ich es auch spannend, dem nachzugehen, warum der eine oder die andere uns besonders triggert?
Heute Morgen stieß ich in meinem Fastenkalender auch auf Hagar. Die Autorinnen nahmen darin die Wüstenzeiten auf, die wir manchmal ebenfalls erleben können und sie meinten, dass wir in diesen Zeiten oft besonders zentriert sind, weil alle Ablenkungen drumherum wegfallen.
In dem Text gingen sie dann darauf ein, dass Gott Hagar in ihrer Wüste sah und sie ansprach mit: "Woher kommst du? Wohin gehst du?"
Die Frage wurde dann an mich als Leserin weitergeleitet.
Ich kenne solche Fragen von Exerzitien. Mich überfordern sie oft, weil sie so groß sind.
Wie geht das Euch damit?
Liebe Grüße
Grace
Wüstenzeiten - große Fragen
... In dem Text gingen sie dann darauf ein, dass Gott Hagar in ihrer Wüste sah und sie ansprach mit: "Woher kommst du? Wohin gehst du?"
Die Frage wurde dann an mich als Leserin weitergeleitet.
Ich kenne solche Fragen von Exerzitien. Mich überfordern sie oft, weil sie so groß sind.
Wie geht das Euch damit?
Liebe Grace,
ja, mir geht das ähnlich: im Rahmen von Exerzitien mich mit Fragen konfrontiert sehen, die mich aufgrund ihrer Größe überfordern, kenne ich auch.
Und zwar gern auch mal so sehr, dass ich sie einfach wieder weg schiebe.
Ich seh' das aber doch zwiegespalten:
Es ist ja schon schöner, sich im Rahmen von Exerzitien mit den großen und grundlegenden Fragen zu beschäftigen, als wenn sie mir aufgezwungen werden vom Leben, z.B. weil ich einen herben Verlust erlitten habe, eine schwere Entscheidung treffen muss o.ä.
Aber wenn ich mich sozusagen freiwillig damit befasse, braucht es schon einen sehr besonderen Raum, dass ich mich darauf einlassen kann. nicht bloß mal eine kleine Gedankenübung im Exerzitienablauf, der dann zwei Stunden später schon wieder das nachste Thema bereithält.
Solch eine Fragestellung wie "Woher kommst Du? Wohin gehst Du?" ist etwas, das ich lieber langsam und gründlich und irgendwie auch forschend und tastend im Leben, Erleben und Reflektieren über einen längeren Zeitraum erkunde. Also zum Beispiel über die Fastenzeit hin, also mit 7 Wochen Raum und Zeit. Dann ist auch Zeit für die eine oder andere Pause im Ergründen und Tiefschürfen.
Klar, die Situation von Hagar war anders. Aber eben deshalb dürfen wir es ja auch anders machen, wenn wir mehr Zeit und weniger Wüste haben.
(Mal ganz abgesehen davon, dass eine Antwort auch situationsbedingt im Akutfall - z.B. schlimme Diagnose - ganz anders aussehen kann als wir uns das im abstrakten Überlegen so zurechtphantasieren können.)
Liebe Vicky,
ist es für dich in Ordnung, wenn ich auf deinem Pfad einen kleinen Schlenker mache?
Für mich Leah, hast du es mit deiner Formulierung nämlich auf den Punkt gebracht, dass Fragen innerhalb von Exerzitien "nicht bloß mal eine kleine Gedankenübung im Exerzitienablauf" sein sollten.
Für mich ist es wichtig, dass ich eine Brücke schlagen kann zu meinem (bisherigen) Leben(sverlauf) und meinem Alltag.
Vor einigen Jahren kannte ich übrigens weder das Wort "Exerzitien" noch konnte ich mir darunter etwas vorstellen.
Ich bin während Corona da mehr oder weniger hineingestolpert über die "ökumenischen Alltagsexerzitien" online; dabei kann man sich - nur wenn man möchte - auch begleiten lassen. So bin ich auf den Geschmack gekommen :-)
Wie es anklingt, hast du auch bereits an Exerzitien teilgenommen. Magst du erzählen, wo?
Liebe Grüße
Grace
Ich möcht mal ne Lanze für Abraham brechen
So interessant ich diesen Pfad auch finde und schon ein paar Male drin gelesen habe, aber heut möcht ich doch mal ne Lanze brechen für Abraham. Denn so wie ihr ihn hier dargestellt habt, dass er sich wie ein Pascha ein bequemes Leben gemacht habe, den lieben Gott hat ´nen guten Mann sein lassen, die Hagar seine Sexsklavin gewesen sei, das Leben seines verheißenen Sohnes leichtfertig durch die von Gott angeordnete Opferungsprobe aufs Spiel gesetzt habe und ihm ansonsten alles am Allerwertesten vorbei ging - So war Abraham sicherlich nicht!
Immerhin war Gott es, der ihn auserwählt hat! Dem voraus ging ein Besuch des Königs von Salem bei ihm. Eine ohnehin bemerkenswerte Erscheinung, die darauf schließen lässt, dass es Gott selbst sozusagen Inkognito gewesen sein könnte. Der Name Jeru-Salem, der Stadt Gottes lässt ebenfalls darauf schließen.
Und Gott verheißt ihm eine Nachkommenschaft, so zahlreich wie die Sterne am Nachthimmel. Und Gott verheißt ihm einen Sohn, obwohl seine Frau Sarah unfruchtbar war. Wenn er ohnehin ständig zur Sklavin Hagar gegangen wäre, wäre sie längst Schwanger geworden und nicht erst, nachdem Sahra ihn zu ihr schickte. Und leichtfertig nahm er die von Gott angeordnete Opferprobe seines Sohnes ganz und gar nicht, war er doch umsomehr erfreut, als er ersah, dass Gott ihm diese schwere Bürde am Ende doch genommen hatte und nicht seinen Sohn!
Leicht hatten es die damaligen durch Wüstenregionen dahin ziehenden Nomadenstämme in ihren Zelten, mit ihrem Anhang, ihrer Familie, ihren Viehherden nicht. Und da brauchte es einen starken Anführer, der das alles leitete und führte. Dieser Aufgabe ist Abraham gerecht geworden. Er war ein tiefgläubiger, sehr gottesfürchtiger Mensch! Und er war nun einmal von Gott auserwählt und ist bis heute eine wichtige Leitfigur aller drei großen Weltreligionen!
Guten Morgen Luxi,
ich habe dein posting gelesen.
Es klang bei mir so nach "Berufung in eine große Aufgabe" - unter Nichtbeachtung der "kleinen" Unglücke.
Liebe Grüße
Grace
ja genau :)
Von Grace:
Guten Morgen Luxi,
ich habe dein posting gelesen.
Es klang bei mir so nach "Berufung in eine große Aufgabe" - unter Nichtbeachtung der "kleinen" Unglücke.
Liebe Grüße
Grace
Ja genau... :) Ach was, es war genau umgekehrt - Kleine Aufgabe unter Nichtbeachtung großer Unglücke :)
Musste mal sein, der arme Abraham...
und der arme Joseph...
...und der arme Joseph ist auch nicht zu beneiden. Trug die ganze Verantwortung für seine Familie, musste als Zimmermann sein ganzes Leben lang schuften, um sich, seine Frau Maria und den kleinen Jesus zu ernähren und findet kaum Beachtung!
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