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Thema »WANDLEN – Mittwoch, 26.3. – SEINLASSEN, Woche 4«

WANDLEN – Mittwoch, 26.3. – SEINLASSEN, Woche 4

26.03.2025 04:12
Skylynn

Liebe Fasten-Wegweiser-WANDELN-LeserInnen. Hier ist Platz zum Austauschen über die Tagesseite. Lasst uns schreiben und lesen!

26.03.2025 08:04
Rena

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was die Überschrift "Bartleby" bedeutet.

Ansonsten ist mir spätestens bei "sei lustig" schlecht geworden - und ich war sehr erleichtert, dass die Quintessenz natürlich nicht war, diese Dinge auch wirklich zu befolgen, sondern eben das Gegenteil: es zu lassen.
Wirklich klug beobachtet, was und wie man/frau alles sein soll, was ständig suggeriert wird. Das fängt ja schon beim Wand-Tatoo "Sei frech, wild und wunderbar!" in Kinderzimmern an...
Gerne verweise ich auf das Buch "Ich möchte lieber nicht!" von Juliane Marie Schreiber, das sehr schön die Zwänge der "Positiven Psychologie" erklärt.
Puh, einmal schütteln und diesen ganzen Druck abschütteln.
Und mich freuen am SEIN!
LG, Rena

bartleby | wikipedia

26.03.2025 08:11
siebenkommafünf

Ein älterer Anwalt und Notar berichtet als Ich-Erzähler von einem seiner Schreibgehilfen namens Bartleby, den er eines Tages in sein von anderen Häusern umstelltes lichtloses Büro in der Wall Street aufnimmt. Bartleby beginnt seine Tätigkeit mit stillem Fleiß und einsiedlerischer Ausdauer. Er kopiert unermüdlich Verträge, lehnt aber zur Überraschung seines Arbeitgebers schon bald jede andere Tätigkeit mit den Worten ab: „Ich möchte lieber nicht“ (“I would prefer not to”); in neueren Übersetzungen auch „Ich würde vorziehen, das nicht zu tun“. Bald weigert er sich sogar, Verträge zu kopieren, wohnt aber inzwischen in dem Büro – höflich, freudlos, ohne Freunde und fast ohne zu essen. Der Rechtsanwalt kann oder will ihn nicht gewaltsam aus der Kanzlei entfernen lassen und auch eine großzügige Abfindung interessiert Bartleby nicht. Wegen eines unerklärlichen Einverständnisses mit Bartleby sieht sich der Rechtsanwalt am Ende gezwungen, selbst aus der Kanzlei auszuziehen, statt Bartleby [...]

bartleby | 2

26.03.2025 08:14
siebenkommafünf

ich bin gar nicht auf die idee gekommen, mich zu fragen, wer das ist :-) wie interessant, dass es einen weiteren zusammenhang gibt!!

ich dachte, es wöre der name eines vogels, der im vogelkäfig eingesperrt war .. wegen der zeichnung



wiki:
Bartleby der Schreiber ist eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, die unter dem Originaltitel Bartleby the Scrivener veröffentlicht wurde. Es ist das erste Werk, das Melville nach Moby Dick verfasste, und wurde zunächst anonym im November und Dezember 1853 in zwei Teilen in der Zeitschrift Putnam’s Monthly Magazine veröffentlich

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was alles so auf uns wirkt ..

26.03.2025 08:23
siebenkommafünf

beim lesen des textes fühlte ich mich kaum bis gar nicht angesprochen,

was vernutlich daran liegt, dass ich außer forum kein social media nutze.

aber durch werbung draußen, im fernsehen und zeitschriften wird ja auch verschiedenes an einen herangetragen .. manches bleibt vielleicht auch bei mir höngen, aber das meiste perlt ab.

ich muss bei dem text hauptsächlich an die jugend denken, die noch sehr offen ist für manupulationen, unsicherheiten und sich-in-frsge-stellen .. für die jugend heute stelle ich mir das enorm überfordernd vor.

da könnte doch gerne so ein vogel auf der schulter sitzen, der ganz lässig sagt: "i prefer not to."

wunderbar! :-)

aber auch fürs oft viel zu volle arbeits- und privatleben eine gute sache!

kommt bei mir direkt mal auf einen post-it an den küchenschrank!

siebenkommafünf

danke für den buchtipp!

26.03.2025 08:31
siebenkommafünf

liebe rena,

das buch klingt gut, danke!

ich habe eine starke abneigung gegen dieses ewige positiv-denken-sollen,

für mich ist das oft ein schönfärben von situationen, die einfach nicht schön sind, nur so oft nicht ausgehalten werden wollen/können/..

auch, wenn ich grundsätzlich bemüht und auch innerlich darauf ausgerichtet bin, das gute an allen/m zu sehen und zu finden.

daher danke für den tipp, ich schau mir das buch mal an :-)

"ich möchte lieber nicht"

das allein ist schon ein guter satz zum merken. auch fürs genauer hinspüren.

siebenkommafünf

26.03.2025 08:37
Rena

Liebe siebenkommafünf, Danke fürs Erklären! Ich habe kurz im Netz gesucht, bin auch auf das Buch Bartleby von Melville gestoßen, habe aber den Inhalt nicht recherchiert. Das rückt das Ganze nochmal in ein anderes Licht, denn "I prefer not to" wird ja sogar zitiert...
Ich bin auch nicht auf Social Media und durch ein ruhiges Leben auf dem Lande unter wenig äußerem Druck. Aber die Aufzählung hier ist schon sehr beeindruckend und gelungen, muss ich sagen.
LG, Rena

leah weigand

26.03.2025 08:49
siebenkommafünf

das stimmt! :-D

der text ist toll geschrieben!

hier die webseite von leah weigand

leahweigand.de

hier noch ein sehr berührender aufrritt von ihr, sie slamt über ihren beruf als krankenschwester

www.ardmediathek.de/video/die-hirschhausen-show-was-kann-der-mensch/der-emotionale-auftritt-von-leah-weigand-mit-ihrem-text-ungepflegt/das-erste/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLWViMmM2NzM3LTg3N2QtNGQyYi05NWJiLTNlMWMzMGIzYWQyNA

kann ich alles genauso unterschreiben! wunderbar und perfekt formuliert!

"was soll denn noch passieren?"

ganz genau ..

Alles etwas rätselhaft

26.03.2025 09:37
Mäandera

Leah Weigand ist poetry slammerin.

Der Titel ist ein Personenname, eine Hauptfigur aus einem Roman von Melville.

Bartleby ist ein isolierter Mann. Er hat in einer Stelle für nicht angenommene Briefe gearbeitet. Im Roman akzeptiert er eine einzige
Arbeit: Das Kopieren von Verträgen. Er lebt wie im Gefängnis, bis er an Lebensverweigerung stirbt.

Was Traurigeres gibt es ja wohl nicht. In seinem Leben scheint es kein
"Wir" zu geben.

Dann der eigentliche Gedichttext:

Lauter gute Ratschläge, die fantastisch klingen, die zeitgemäss sind.
Die total einschüchtern. Mir keine Luft mehr lassen.

Also alle komplett weg!!

Leben kann ich alleine, mit Bauch, Herz und Verstand.

Euch einen irritationsfreien Tag.
Mäandera

26.03.2025 10:54
simchat



Mir fiel spontan Mascha Kalèko ein.

.... Gewiss, ich bin sehr happy,
doch glücklich bin ich nicht. .....

26.03.2025 11:01
Isabel

Liebe Mitwandelnde,

auch ich habe den Text mehrfach lesen und erst einmal zum Wörterbuch greifen müssen.

Aber mit jedem Lesen sagt er mir mehr (zu), obwohl ich von Haus aus gewiss nicht der Typ bin, der macht, was alle machen, nur weil es alle machen.
Aber manchmal bin ich ja selbst es, die sich Vorgaben macht. Sei einfühlsamer. Sei mutiger. Sei nicht so misstrauisch. Sei weniger egoistisch. Sei sparsamer. Sei weniger lethargisch. ...
Da darf ich mir dann selbst auch sagen: Ich lass das Sei heute mal sein!

Was allerdings nicht bedeutet, dass ich alle Fastenvorhaben über Bord werfe.

Habt einen Tag, an dem es euch gelingt, euch frei zu fühlen!

Liebe Grüße
Isabel

26.03.2025 12:46
Bildermacherin

Mich sprechen die offenen Käfige auf der zweiten Seite an.
Ich, du kannst in die Käfige hinein fliegen. Und wieder hinaus.
Wir könnten dieses sein ausprobieren, den Käfig auch wieder verlassen.
Wir könnten uns auch AUF den Käfig setzen, die Aussicht genießen.
Jeder Vogel braucht auch mal einen Sitzpunkt. Hier auf dem Bild können wir fliegen und ausprobieren.

Einfach mal so sein, so rum fliegen wie wir möchten.
Mal da landen, dort sitzen, hier rasten.

Nach Fluggefühl, landen und weiter fliegen.
Das Bild gefällt mir mit dem Gedicht.

Ich bin . Reicht.

Verwirrt

27.03.2025 08:52
Stephanie

Zuerst mal vielen Dank für die Erklärung von Bartleby. Aber jetzt habe ich ein Problem: von der Aufzählung im Gedicht her klingt sein Satz, es zu bevorzugen nichts zu tun ,klug. Bei dem Bartleby in der Kurzgeschichte hat diese Einstellung doch aber zur Selbstauflösung geführt .Das erscheint mir nicht klug...sollen wir also ein bisschen so wie bartleby sein, aber vor der Selbstauflösung rechtzeitig aufhören? Irgendwie widersprüchlich, das ganze....

27.03.2025 09:20
KaterinaW

Liebe Stephanie, mir ging es eben ähnlich wie Dir. Es könnte aber so gemeint sein, dass "ein bisschen Bartleby" ein gutes Gegengewicht zu den ganzen Anforderungen, die sogar widersprüchlich sind, ist.
Vielleicht wäre es auch nicht verkehrt, das Buch über Bartleby zu lesen, wobei das auch kein Muss ist, ich tue es vermutlich auch nicht. Dann würde aber vielleicht noch ein anderes Verständnis entstehen.
Liebe Grüße von
KaterinaW

27.03.2025 09:36
Rena

Ich sehe es so, dass der Satz "I prefer not to" an Bartleby erinnert - er aber kein Vorbild sein soll. Auf diesen Verweis könnte ich gerne verzichten, ich finde die Aufzählung einfach richtig gut und erhellend - was nicht alles so herumschwebt, wie man sein könnte und was man machen sollte, und tatsächlich: oft widersprüchlich. Heißt für mich: ich mache mich von diesen äußeren Erwartungen frei und gucke, was für mich passt.
LG, Rena

Sei ... (26.3.)

27.03.2025 11:12
Skylynn

Der Text/ Die "Aufforderung" an mich die Leserin finde ich unglaublich. Sie beinhaltet alles, so auch alles Widersprüchliche, so wird es nahezu lustig, weil ja so EIN Mensch nicht sein kann.
Mit dieser vollständigen Sein-Aufzählung kann man ankreuzen und streichen was man sich erinnern was man so wollte und will :) :o)

Seid!
Lebe das ich.
Lebe im du.

P.S. Reinhard Mey hat vor Jahrzehnten ein Lied mit ähnlichem Inhalt geschrieben: Annaberg, ach Annabell

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