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Thema »Zuversicht und Zweifel in der Nacht«

Zuversicht und Zweifel in der Nacht

06.03.2025 11:32
LilaBambus

Guten Morgen,

das Fasten kann den Blick auf die wichtigen Dinge im Leben schärfen.
Zuversicht - das Vertrauen darauf dass es gut wird - also dass meine Beziehung/sozialen Kontakte stabil bleiben, ich nicht mal aus der Wohnung raus muss, gesund bleibe, nicht verarme und auch nicht wie die Vorfahren später in einem Bunker mit anderen verängstigten Menschen zittern muss?
Der Alltag, bei mir auch Sport, Meditation, Bestätigung im Ehrenamt und soziale Beziehungen, das hilft mir, ich spüre meine eigene Kraft.

Aber die Fastenzeit könnte auch dazu hinführen, sich stärker mit Gott zu verbinden.
Im alltäglichen Leben, der schnell vergehenden Zeit, vertraue ich oft auf meine eigene Kraft.

Ich bin manchmal im Zweifel, was ein Hinwenden zu Gott helfen kann.
Reicht die eigene Energie, die anderer solidarischer Menschen nicht aus dass es gut wird?
Wenn ich an die aktuellen Stapelkrisen denke kommt in der Nacht oft der Zweifel am Hinwenden zu Gott.

Wer auch zweifelt möge hier gerne schreiben.

hinwenden zu gott

06.03.2025 14:18
bettina

das hinwenden zu gott lässt mich ruhig werden. mein gebet dazu lautet: da ist nichts in mir als die liebe gottes.
wann immer äussere einflüsse , zweifel oder wie auch immer geartete destabilisierende gedanken aufkommen, sage ich entschieden nein. nein, ich akzepiere das nicht. nein, das nehme ich nicht an. nein, ich gebe dir keine macht über mich, meine gefühle, mein denken.
konzentriertes atmen hilft. yoga, meditation, beten sowieso.
das tor zur hölle kann nur gott wieder schliessen.
7 wochen anders leben. probieren wir es aus. wu wei, handeln durch nicht handeln. sich selbst zurücknehmen, loslassen, damit das dao, gott, wirken kann. dein wille, gott, geschehe. nicht meiner und schon gar nicht der von trump, putin, xi und co.

06.03.2025 14:45
KaterinaW



Wenn ich an die aktuellen Stapelkrisen denke kommt in der Nacht oft der Zweifel am Hinwenden zu Gott.

.


Lieber LilaBambus,
was sind den Stapelkrisen?
Dass meine eigene Kraft ausreicht, so fühlt es sich ehrlichgesagt hanz und gar nicht an. Es erscheint mir logisch, auf andere Kräfte zu vertrauen. Fällt mir aber nicht leicht.

KaterinaW

Stapelkrisen

06.03.2025 22:48
LilaBambus

Liebe KaterinaW,
Stapelkrise ist ein Begriff der in der letzten Zeit häufig in politischen Podcasts, Foren und Kommentaren auftaucht, das ist jedenfalls mein Eindruck. Gemeint ist dass sich Krisen gleichzeitig oder kurz nacheinander ereignen, so dass die Menschen mit vielen Problemen auf einmal konfrontiert werden. Da entstehen dann Verschwörungstheorien und manche Partei verspricht klare einfache Lösungen für komplexe Probleme. So bei der Coronapandemie, der Inflation, dem Angriff auf die Ukraine und der Aufrüstung usw.

Ich habe zeitweise schon "Nachrichtenfasten" gemacht weil mich das an manchen Tagen echt psych. runtergezogen hat. Aber das hilft nur bedingt. Ich versuche durch Meditation einen Ausgleich zu finden, will das zusammen mit Achtsamkeit im Alltag in der Fastenzeit verstärken.

Dir noch eine angenehme Woche.

07.03.2025 00:58
Fideli


Was das Hinwenden zu Gott hilft? Akut hilft es mir, ihm mein Herz auszuschütten und über die Stapelkrisen zu klagen. Das reicht im Moment. Konkret zu beten, fällt mir derzeit schwer. So viele Erschütterungen, in den letzten Wochen reicht es bei mir oft nur für ein „Hilf uns doch!“

Woran genau zweifelst Du, LilaBambus? Ob Gebete konkret helfen und göttliches Eingreifen bewirken? Oder ob es Dir/Deiner Verfassung hilft, Dich mit Deinen Sorgen an Gott zu wenden? Oder etwas anderes?

Gegen nächtlichen Zweifel (der ist mir wohlbekannt) ist mein Rezept, ihn nicht einzulassen. Um gar nicht erst ins nächtliche Gedankenkarussell zu kommen, mache ich mir zum Ein- oder Weiterschlafen Hörbücher oder Podcasts an, auf keinen Fall zu aktuellen politischen Themen. Über Sorgen mache ich mir am Tag Gedanken, wenn ich handlungsfähig bin.

07.03.2025 21:05
KaterinaW


Ich habe zeitweise schon "Nachrichtenfasten" gemacht weil mich das an manchen Tagen echt psych. runtergezogen hat. Aber das hilft nur bedingt. Ich versuche durch Meditation einen Ausgleich zu finden, will das zusammen mit Achtsamkeit im Alltag in der Fastenzeit verstärken.

Dir noch eine angenehme Woche.


Danke Lila Bambus, auch für die Erklärung, was Stapelkrisen sind. Dass Nachrichtenfasten alleine nicht reicht kann ich bestätigen, ich versuche auch, zu meditieren und Achtsamkeit zu üben.

Dir eine gesegnete Zeit,
KaterinaW

nachts

07.03.2025 21:11
LilaBambus

Hallo Fideli,
"Woran genau zweifelst Du, LilaBambus? Ob Gebete konkret helfen und göttliches Eingreifen bewirken? Oder ob es Dir/Deiner Verfassung hilft, Dich mit Deinen Sorgen an Gott zu wenden? Oder etwas anderes? "

Genau, das trifft es ganz gut. Oder anders formuliert: Sich nicht an Gott zu wenden, und nicht zu beten - was wäre dann anders, änderte das etwas?
Ich bete oft um Schutz und zum Dank, aber nur kurz. Mehr nicht, habe früher mal um Führung vor Entscheidungen gebeten, habe ich mir aber abgewöhnt. Das graue Licht des Glaubensalltags ist es vielleicht.

Nachts versuche ich zweifelnde Gedanken ziehen zu lassen, versuche einen Bodyscan oder lese ein anderes Thema was ablenkt.
Interessant der Punkt mit den "Glaubensaugen" zu sehen vom
TSchürfpfad, werde ich mal verfolgen.
Mal sehen was diese Wochen noch bringen können.

08.03.2025 23:07
Fideli


Sich nicht an Gott zu wenden, und nicht zu beten - was wäre dann anders, änderte das etwas?


Interessant, dass Du die Frage so herum stellst. Eigentlich umgedreht, denn meist wird gefragt „Bewirkt mein Gebet etwas?“ Du fragst „Was ändert es, nicht zu beten?“

Für mich ändert sich, dass ich mich auf Dauer abgekoppelt fühle, wenn ich nicht bete. Ich merke das nicht sofort, aber nach einiger Zeit. Beten verbindet mich mit unzähligen Menschen. Beim Vater Unser fasziniert es mich, zu denken, wie viele Milliarden mal es schon gebetet wurde, und wie viele Menschen es in diesem Moment auch beten. Dahin finde ich doch immer wieder zurück.

Das ist aber nur auf mich bezogen, meine Befindlichkeit. Die größere Frage ist natürlich, ob mein Gebet irgendetwas konkret bewirkt oder eben nicht oder vielleicht manchmal. Das ist wohl eine Frage, auf die wir keine Antwort bekommen werden. Meine Gedanken dazu sind, dass Gebete bei Gott ankommen. Was er damit macht, liegt nicht mehr in meiner Hand. Es ist ja auch kaum verwunderlich, dass nicht jedes meiner Gebete erfüllt werden kann. Irgendwie denke ich trotzdem, wenn das Anliegen so ernst ist, es um Menschen in Todesnot und tiefer Verzweiflung geht, müsste er doch… Und dann tut er es nicht. Dann bleibt die Hoffnung, dass mein Gebet vielleicht ein winziges Fädchen in einem großen Gewebe ist, das etwas zum Guten wendet.

Ein dritter Aspekt wäre: Ändert ein Gebet für andere etwas für diese anderen, auch wenn es keine Gebetserfüllung gibt? Hilft allein die Tatsache, dass für jemanden gebetet wird, auch ohne direktes Resultat? Das wäre dann so etwas wie die Kraft von positiven Gedanken.

Hach, das ist schwierig und vage und zwischen Vertrauen und Resignation.

Versuch einer Antwort

10.03.2025 21:03
PapierFlieger

Ich bin manchmal im Zweifel, was ein Hinwenden zu Gott helfen kann.
Reicht die eigene Energie, die anderer solidarischer Menschen nicht aus dass es gut wird?
Wenn ich an die aktuellen Stapelkrisen denke kommt in der Nacht oft der Zweifel am Hinwenden zu Gott. Wer auch zweifelt möge hier gerne schreiben.


Hallo LilaBambus -

und was ist, wenn ich nicht zweifle, darf ich hier dann auch schreiben? ;)

Also ich zweifle nicht, weil ich weiß, dass Verhältnisse sich manchmal nicht ändern, obwohl wir beten. Und mir ist bewusst, dass die grösste Schwierigkeit oft darin besteht, Menschen umzustimmen oder sie überhaupt anzusprechen oder zu erreichen, vor allem wenn es ihnen um Macht geht.

Die Energie solidarischer Menschen finde ich grundlegend und wichtig in so einer Situation.

Und doch ist das Gebet (wie auch immer es aussieht) für mich noch etwas Anderes, eine andere Ebene. Ich habe manchmal das Bild eines Funkens, der durch alles hindurch etwas bewegen kann.

Das mag ich.

Wir sollten nie unterschätzen, wieviel Kraft der/die/das Ewige entfalten kann, wenn alles Andere versagt. Und ich glaube, dass da der Geist/das Geistige der/die/das Verbindende ist.

Uff.

Das war mein Versuch einer Antwort. ':)

Und jetzt weiß ich auch, warum ich die so mag:

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Einen Abendgruß vom PapierFlieger

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