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Thema »Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen«
Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen
Dies soll ein Treffpunkt sein für alle, die
1) gern tiefschürfen;
2) trotzdem auch gern mal „flacher plätschern“
und ein bisschen Chaos aushalten, welches durchaus mit zu dieser Seite gehört;
und die 3) - und vor allem - Spaß am Wiederkommen und an echtem Austausch haben.
Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur alte Häsinnen, und Hasen, sondern unbedingt auch neue Forumsteilnehmer(innen).
Denkt nur bitte an Punkt 3 oben: Ich wünsche mir mehr als nur Einweg-Statements. Stattdessen soll es ein Treffpunkt zum Wiederkommen sein. Mit persönlichen Austausch und Interesse aneinander. Mit Menschen, die nicht nur von sich selbst und nur deshalb schreiben, weil sie es loswerden wollen, sondern die miteinander ins Gespräch kommen wollen. Die aufeinander eingehen, anstatt nur hinzuschreiben oder kurz zu kommentieren und dann abzuhaken.
Themen? Schlägt jeder und jede einfach vor oder beginnt damit. Alles andere ergibt sich schon.
LG
von
Enny
(die sich schon rie-ie-iiesig auf Euch freut!)
Tabea schrieb:
Der Gott der Bibel ist parteilich. Er will Gerechtigkeit. In ihm hat Folter oder Ausbeutung keinen Raum. Es gibt Ja und Nein. Und es verschwimmt nicht mit allem in einem großen All-Ein.
Das stimmt wohl! Mit diesem Alles-ist-Eins kann ich auch nicht viel anfangen. Ja, wir mögen allesamt aus demselbigen Ursprung sein, eben aus Gott. Und von mir aus sind wir auch selber ein Stück Gott, denn woraus soll Gott geschaffen haben, wenn es vordem ausser Ihm selbst nichts gab? - Einfach so aus dem Nichts? Und wo soll sich die Schöpfung befinden, wenn nicht in Gott? Weil: Wenn er unendlich ist, gibt es keinen Platz ausserhalb von Gott.
Trotzdem ist eben nicht alles eins. Wir sind alle sehr unterschiedliche Individuen. Wir erkennen überall diverse Unterschiede. Ich grenze mich auch von allem was nicht ich bin und nicht mir gehört ab. Und bestehe auch darauf, dass Teile von mir nicht Du sind oder dir gehören.
Und ja Gott hat einen klaren Standpunkt. Und für uns gilt: Ein Ja sei ein Ja und ein Nein sei ein Nein. Das steht für Klarheit und Wahrheit und keinen Wischiwaschi-Einheitsbrei. Gott ist nicht lieb, aber auch nicht böse. Aber er ist für mich zumindest eines: Er ist gut!
Ich verstehe gut,
wenn meine Gedanken nicht geteilt werden können.
Und kann doch nur sagen, was ich tief in mir glaube, was mir Ruhe und Frieden gibt.
Mich ängstigt nicht Gott.
Mich ängstigen Menschen und dieses Bestehen auf Trennung, Abgrenzung, Strafe, Schuld, Sühne.
Ja, tatsächlich macht mir das große Angst. Ich sehe darin Krieg, Kampf und Zerstörung.
Ich glaube nicht an Wischi-Waschi-Einheitsbrei.
Ich glaube an Einssein und Frieden.
Gott ist für mich keine Person, sondern eine Energie, in der ich aufgehoben und geborgen bin. Kein Anfang, kein Ende: Ende und Anfang zugleich.
Den Wunsch, dass da eine große Person sein könnte, die das Böse strafen und endlich für Gerechtigkeit sorgen wird, kann ich nachvollziehen. Das ist sehr menschlich. Nur ist mir das nicht glaubhaft, es ist eher wie ein Märchen für mich.
Für mich ist Gott tatsächlich nicht gut und böse zugleich. Für mich ist Gott wie ein Ort, an dem es weder gut noch böse gibt. Nur Frieden.
Liebe Grüße
Abi
Liebe Abi, für mich ist das die Vorstellung davon, wie es sein wird am Ende der Zeit, oder nach dem Tod. Ich überlege für mich, ob das für mich zusammenpasst mit dem, was Jesus meint, wenn er vom "Reich Gottes" spricht. Und ich frage mich, wie es zusammenpasst mit der jetzigen Welt, also welche Bedeutung Gott dann hat? Gibt es eine Verbindung zur Welt, handelt Gott in irgendeiner Form?
Ich merke: ich spüre oft Zustimmung, ohne sagen zu können, ob das "logisch" ist.
LG, Rena
Tabea schrieb:
Ich gehe davon aus, dass alles, was ist, von G*tt geschaffen wurde. Damit hätten wir G*tt - und das von ihm Geschaffene.
Ein Töpfer töpfert ein Gefäß. Das Gefäß mag viel vom Töpfer enthalten - Schöpfungswillen, Hingabe, Geschick etc., aber es bleibt Geschöpf. Verbunden mit dem, der es gemacht hat, aber unterschieden.
Deine Vergleiche, liebe Tabea, untermauern die Erfahrung von Dualität.
Meinen Vergleich vom Fischernetz, der für die Erfahrung von Einheit gedacht war, hast du entkräftet.
Nun, Vergleiche hinken bekanntermaßen.
Ich versuchs noch mal. Vielleicht passt das Bild von Ozean und Welle besser.
Welle und Ozean sind eins.
Aus demselben „Stoff“, nicht zu trennen.
Der Ozean vereint alles Gegensötzliche.
Jede Welle ist darin gut aufgehoben.
In einem Märchen -ich weiß nicht mehr in welchem- gibt es eine Szene, die mir gerade dazu einfällt.
Da kommt ein Wanderer, der unter die Räuber gefallen war und am Ende seiner Kröfte endlich aus dem Wald. Er kommt an ein Haus, in dem die weise Alte wohnt.
Sie gewährt ihm Einlass und setzt sich zu ihm. Während er erzählt, was ihm widerfahren ist, schaukelt sie ihn sanft und sagt immerzu : Ja.Ja. Nur das.
Sie versteht und hört zu.
So stell ich mir das vor mit den Gegensätzen, die in Gott vereint sind.
Die Gegensätze sind da, das Böse ist da. Die Ungerechtigkeit, das Unfassbare. Ja, das ist alles Teil des Lebens. So ist das.
Kein Eingreifen, aber Aufnehmen.
Annehmen. Da sein.
Frieden, zur Ruhe kommen- wie Abi so schön beschrieben hat.
Die Frage ist, wie gehen w i r mit Ungerechtigkeit, mit Bosheit und all dem, was wir gerne Gott machen lassen würden, um.
Ich glaube, den Kampf müssen w i r bestehen. Wie der Wanderer im Wald.
Ich glaube nicht an ein Eingreifen Gottes. Aber ich weiß es natürlich nicht.
Und lasse mich gerne überraschen, wenn es anders wäre, als ich mir das vorstelle und wünsche.
Ann-Sophie
Hat Gott sich geändert?
Nun melde ich mich doch noch mal hier zu Wort. Zu der Frage ob Gott sich entwickelt/ verändert. Ich hoffe das ein bißchen! Oder sehr! Was meint ihr sonst zu den Stellen im Alten Testament wo Gott Kriege unterstützt? Wo er selbst sogar sein Volk Kriege beginnen läßt?
Bei Krieg denke ich mir immer gern: die Bibel ist nicht Gottes Wort, es war bestimmt nicht Gottes Wille, Menschen haben das nur so interpretiert und in die Bibel hineingeschrieben. Aber es gibt sehr viele Stellen und manche bestimmen die Geschichte Israels. Z.B. bei der Eroberung des Landes nach der Gefangenschaft in Ägypten und nach der Wüstenwanderung: Mußte das ein Krieg sein? War Gott wirklich Kriegstreiber? Und wenn er es war, dann heute aber nicht mehr. Da hat er sich doch geändert? Oder?
Ich glaube nicht an einen Gott, der „außen“ ist und von dort alles regelt, wie in einer Schaltzentrale. Er ist hier überall, aber er ist trotzdem der Größere, der Schöpfer, der Mächtigere. Ich kann auch nicht an seine Allmacht glauben. Wäre er allmächtig, wäre es unerträglich, dass er das Böse zulässt und womöglich das Böse ist. Das Böse ist eine Entscheidung des Menschen und Gott hat dem Menschen von Anfang an die Möglichkeit der Entscheidung gegeben. Und weil er uns das gegeben hat, kann er nicht einschreiten. Dann wäre er ein Diktator und wir Marionetten. Aber er wollte keine Marionetten, sondern Menschen. Er ist auch nicht außerhalb der Zeit, denn „ewig“ ist schon Zeitrechnung. Irgendwo bei Klaus Berger habe ich gelesen, dass die Allmacht Gottes biblisch nicht belegbar ist. Das leuchtet mir ein. Aber wie bei euch allen: nmM = nur meine Meinung, die sich übrigens auch in der Entwicklung befindet.
Extra Gruß an Enny: Da hältst dich tapfer! Danke für die Bonbons! Bitte nicht zuviel schlafen!
Ändert sich Gott?
Wir wissen noch nicht einmal, ob es Gott gibt. Wie sollen wir dann wissen, ob Gott sich ändert?
Wir wissen, dass es menschliche Vorstellungen von Gott gibt, und zwar viele verschiedene. Wir stellen fest, dass sich diese ändern.
Und ganz gleich, wie wir es auch anstellen, wir werden immer nur über menschliche Vorstellungen von Gott sprechen.
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