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Thema »Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen«

Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen

05.03.2025 23:58
Enny (n.N.)

Dies soll ein Treffpunkt sein für alle, die
1) gern tiefschürfen;
2) trotzdem auch gern mal „flacher plätschern“
und ein bisschen Chaos aushalten, welches durchaus mit zu dieser Seite gehört;
und die 3) - und vor allem - Spaß am Wiederkommen und an echtem Austausch haben.

Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur alte Häsinnen, und Hasen, sondern unbedingt auch neue Forumsteilnehmer(innen).

Denkt nur bitte an Punkt 3 oben: Ich wünsche mir mehr als nur Einweg-Statements. Stattdessen soll es ein Treffpunkt zum Wiederkommen sein. Mit persönlichen Austausch und Interesse aneinander. Mit Menschen, die nicht nur von sich selbst und nur deshalb schreiben, weil sie es loswerden wollen, sondern die miteinander ins Gespräch kommen wollen. Die aufeinander eingehen, anstatt nur hinzuschreiben oder kurz zu kommentieren und dann abzuhaken.

Themen? Schlägt jeder und jede einfach vor oder beginnt damit. Alles andere ergibt sich schon.

LG
von
Enny
(die sich schon rie-ie-iiesig auf Euch freut!)

An Enny

30.03.2025 07:10
Luxi

Liebe Enny, dein nächtlicher Eifer und Fleiss in allen Ehren! Aber mir ist mein Schlaf heilig, ganz gleich wer wann an den Uhren dreht. Ich hab sie heute Morgen auf Sommerzeit umgestellt und in der Nacht den lieben Gott einen guten Mann seingelassen... :)

Preise

30.03.2025 07:15
Luxi

... und was die von Dir erwähnten Preise anbelangt, liebe Enny: Ich gönne Sie dir allesamt von Herzen! Von mir aus kannst Du sie alle einheimsen und für Dich selbst beanspruchen. So können wir das alljährliche Rätselquizz von Dir am Ende der Fastenzeit dann mal ausfallen lassen und uns stattdessen den wichtigen Fragen die es hier zur erörtern gilt widmen, da der Sieger ja schon jetzt feststeht :)

30.03.2025 09:31
Klara

Nun melde ich mich doch noch mal hier zu Wort. Zu der Frage ob Gott sich entwickelt/ verändert. Ich hoffe das ein bißchen! Oder sehr! Was meint ihr sonst zu den Stellen im Alten Testament wo Gott Kriege unterstützt? Wo er selbst sogar sein Volk Kriege beginnen läßt?
Bei Krieg denke ich mir immer gern: die Bibel ist nicht Gottes Wort, es war bestimmt nicht Gottes Wille, Menschen haben das nur so interpretiert und in die Bibel hineingeschrieben. Aber es gibt sehr viele Stellen und manche bestimmen die Geschichte Israels. Z.B. bei der Eroberung des Landes nach der Gefangenschaft in Ägypten und nach der Wüstenwanderung: Mußte das ein Krieg sein? War Gott wirklich Kriegstreiber? Und wenn er es war, dann heute aber nicht mehr. Da hat er sich doch geändert? Oder?


Auch mich drängt es mich hier doch auch nochmal zu melden.

Das sind genau die Gedanken, liebe Melanie, die mich auch manchmal umtreiben, die ich oft sogar verdränge, weil ich mir den Gott so nicht vorstellen möchte.
Gott sagt einfach: Ich gebe euch das Land, mit allem Drum und Dran. Ihr habt nicht gesät, ihr habt die Felder nicht bestellt, die Weinberge nicht beackert. Das haben andere getan, aber nehmt es ihnen weg.
Ich meine, da wohnten Menschen, die vertrieben werden mussten.

An anderer Stelle die direkte Aufforderung die Menschen zu töten.

Ich das echt jetzt der Gott, der so barmherzig mit mir ist?
Oder hat "mein" Gott auch diese Facette? Das wäre so ungerecht den anderen gegenüber, die nur die grausame Seite zu sehen/spüren kriegen.

Enlil und Enki sagen mir nichts, lieber Luxi, aber ich werde die mal wikipedieren ... :-)

Erstmal allen einen schönen Sonntag.
Klara

30.03.2025 10:05
Tojak

Hallo Enny,

"Und ganz gleich, wie wir es auch anstellen, wir werden immer nur über menschliche Vorstellungen von Gott sprechen."
Warum schreibst Du das, Tojak? Sollen wir deshalb aufhören, über diese menschlichen Vorstellungen von Gott zu sprechen?

Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, bei unserem Tappen im Dunkeln mal kurz etwas zu betätigen, das ich für einen Lichtschalter gehalten habe. Macht gern weiter!
Und zu Deinen beiden Sätzen vorher: Klar, ist Glaube nicht das Gleiche wie Wissen, aber den Grundansatz, dass es Gott gibt, stelle ich persönlich nur in sehr schlechten Momenten in Frage.
Vielleicht sind das ja gar keine so schlechten Momente. Den Kirchen laufen die Mitglieder scharenweise davon, die Kirchenoberen wissen sich nicht zu helfen, es liegt aber vielleicht ernsthaft daran, dass die Menschen, auch Kirchenmitglieder, diese Voraussetzung und eine Handvoll andere hinterfragen. Profi-Christen trauen sich das in der Regel nicht, und nehmen sich damit die Möglichkeit, dichter bei den diesen Menschen zu sein.

In allen anderen Momenten versuche ich entweder, direkt mit Gott in Kontakt zu kommen,
Ich bete hin und wieder wie Charles de Foucauld: Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich erkennen.

oder aber, meine menschlichen Vorstellungen von ihm zu sortieren, auf Stimmigkeit zu überprüfen - und auch mit biblischen Aussagen und mit Glaubenstraditionen auf der einen Seite sowie auf der anderen Seite mit Glaubensaussagen anderer Menschen zu vergleichen.
Mache ich auch, aber wahrscheinlich nicht so intensiv wie du.

Stattdessen finde ich Fragen wie, ob Gott sich verändert hat, warum er das Böse zulässt usw., sehr wichtig!
Insbesondere die letztere Frage (Theodizee) ist wichtig. Heine hat sie wohl mal als Rammbock des Atheismus bezeichnet. Meiner Meinung kann sie aber nicht mehr, als ein paar falsche Vorstellungen und Aussagen zu Gott zu zerstören.

30.03.2025 12:06
Tabea

Erstmal vielen Dank, Abi, für Deinen Post. Er hilft mir besser zu verstehen, wie Du es meinst. Gott als Ort des Friedens. Mit dem Gedanken kann ich was anfangen.

Ein paar Gedanken an alle:
Wir sollten beim Lesen des AT nicht unser Politik- und Geschichtsverständnis als Messlatte anlegen. Bemerkenswert ist m.E., dass sehr ungeschönt berichtet wird. Die Taten etwa König Davids, die durchaus teilweise alles andere als rühmlich sind, werden ungeschminkt berichtet. Eigentlich begegnet man nirgendwo Lichtgestalten. Das ist erstmal anzuerkennen. Mit der Rede vom Kriegsgott sollten wir aufhören. Ja, es war eine Zeit mit Eroberungen und Kriegen. Eingedampft heißt das Ziel: ein absolut unbedeutendes Wüstenvolk wird "erwählt". Normalerweise wäre es zwischen den Großmächten einfach zerrieben worden. Es erfährt Unterdrückung, Ausbeutung, Flucht, Angriffe. Was sich wie ein roter Faden durchzieht:

30.03.2025 12:08
Tabea

sie selber sollen Fremde aufnehmen, Armen Auskommen verschaffen, das Recht nicht beugen. Sehr früh ein sehr soziales Regelwerk, bis hin zur Entschuldung, wenn Menschen in Abhängigkeit gerieten.
Die Tendenz, das vorherrschende ist ein Gott der Liebe, nicht der Gewalt. Wir sind nur so entsetzt über die Gewalt, dass ihre Wahrnehmung alles überlagert. Jesus war Jude. Unsere europäische Geschichte? Voller Kriege und Ausbeutung, Folgen bis jetzt.
Ich denke, das Verständnis der Menschen hat sich entwickelt, ihr Denken über Gott.
Wir können uns entscheiden, die Bibel wegzulegen und nur noch uns selbst und unser Denken als Richtschnur zu sehen. Das kann man tun.
Wenn wir das nicht tun, sollten wir das AT lesen mit dem Wissen im Hinterkopf, dass seine Erzählungen jahrtausende zurückreichen.
Viele Theologen sprechen inzwischen vom ersten und zweiten Testament. Das ist ein Schritt, die ursprünglich antijüdische Spitze abzubrechen, als sei das erste „alt“ und „überholt“.

Shalom...

30.03.2025 12:11
Tabea

Ärgere mich gerade über meine Ausdrucksweise.

"Wir sollten" möchte ich ersatzlos streichen.
"Ich plädiere dafür" ist, was ich meine.
Ich hoffe, Ihr seht es mir nach.

30.03.2025 12:28
Ann-Sophie

Danke Tojak, für deine klaren Worte!
Tut immer wieder gut, dein Lichtanschalten bei unserm Tappen im
Dunklen.
„Wir wissen nicht mal, ob es Gott gibt-wie sollen wir dann überhaupt irgendetwas über ihn wissen.“

Ich hab letztens noch in unserer Diskussion hier gedacht, dass all unsere Gottesvorstellungen mehr über uns selbst aussagen…..als über Gott.

Du sprichst über die vielen Kirchenaustritte- mir kommt’s vor wie ein großer Exodus, dem ein Großreinemachen vorausgeht.
Alles zurück auf Null, um von da aus nach eigenen Erfahrungen Ausschau zu halten.
Alte, gewohnte Gottesbilder kommen auf den Prüfstand, wie wir es hier ja auch machen. Und daran ist ja nichts Schlechtes.

Licht anmachen kann bei der Suche helfen.
Zum guten, hellen Licht des Verstandes, möchte ich unbedingt das schummerige, warme Licht einer Kerze
dazustellen-
Symbol für das Nichtgreifbare, aber manchmal Spürbare, das Staunen und Ehrfürchtigsein vor dem Großen, das alles Denken übersteigt.

Ann-Sophie

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