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Thema »Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen«

Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen

05.03.2025 23:58
Enny (n.N.)

Dies soll ein Treffpunkt sein für alle, die
1) gern tiefschürfen;
2) trotzdem auch gern mal „flacher plätschern“
und ein bisschen Chaos aushalten, welches durchaus mit zu dieser Seite gehört;
und die 3) - und vor allem - Spaß am Wiederkommen und an echtem Austausch haben.

Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur alte Häsinnen, und Hasen, sondern unbedingt auch neue Forumsteilnehmer(innen).

Denkt nur bitte an Punkt 3 oben: Ich wünsche mir mehr als nur Einweg-Statements. Stattdessen soll es ein Treffpunkt zum Wiederkommen sein. Mit persönlichen Austausch und Interesse aneinander. Mit Menschen, die nicht nur von sich selbst und nur deshalb schreiben, weil sie es loswerden wollen, sondern die miteinander ins Gespräch kommen wollen. Die aufeinander eingehen, anstatt nur hinzuschreiben oder kurz zu kommentieren und dann abzuhaken.

Themen? Schlägt jeder und jede einfach vor oder beginnt damit. Alles andere ergibt sich schon.

LG
von
Enny
(die sich schon rie-ie-iiesig auf Euch freut!)

Unterscheiden, was gut und böse ist

28.03.2025 10:17
Tojak

Abi, du schreibst:

Und dieses Böse , das glaube ich, ist ein Anteil von Gott. So wie das Gute. Nur in dieser Welt entsteht es als eigenständige Kraft. Weil wir Menschen trennen. Weil wir urteilen. Weil wir spalten und so tun, als sei das Böse auf der einen Seite, wir selber aber auf der anderen. In Gott ist alles vereint. Da ist Frieden. Liebe ist die Kraft, die das schafft.

Das ist klug gedacht. Nicht von ungefähr führte auch in der Bibel die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, zur Vertreibung aus dem Paradies, zur Trennung von Gott.

"Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist" (Gen 3,5).

28.03.2025 10:35
Clare

Also erstmal: ich lehne nicht ab, sondern ich glaube etwas nicht.

Da oder wenn Gott einen Propheten auswählt (viele Propheten wurden nicht so direkt wie Jonah angesprochen, zumindest steht es nicht so in der Bibel), dann wählt er einen Menschen, der sich irren oder verhören kann, der in seiner Umwelt lebt, der auch missinterpretieren kann. Wenn man „Mensch“ als Sprachrohr wählt, ist das Unvollkommene automatisch enthalten.

Entwicklung

28.03.2025 10:36
Clare

Vielleicht ist Entwicklung ein falsches Wort. Vielleicht besser „veränderlich“. Und ich denke was mal vollkommen war, muss nicht immer vollkommen sein oder bleibt vollkommen und es kommt was anderes Vollkommenes dazu. Und überhaupt vollkommen für wen? Zum Beispiel: die Muttermilch ist die vollkommene Nahrung für einen Säugling. Für einen Erwachsenen ist es nicht mehr die vollkommene Nahrung, sondern etwas anderes. Das macht das Vorherige kein Stück weniger vollkommen. (Ich weiß allerdings, dass diese Versuche etwas mit Bildern zu erklären, keineswegs vollkommen sind).

Ich finde, dass wir jetzt an einen dreieinigen Gott glauben, statt einen eineinigen, könnte man als Entwicklung bezeichnen. Aber vielleicht verändert sich Gott tatsächlich mit unserem Glauben. (Ich glaube durchaus, dass 3 auch 1 sein kann, man nehme die Tulpe. Auch die Zwiebel ist schon Tulpe, auch die Blätter sind Tulpe, auch die Blüte ist Tulpe und alles zusammen ist auch Tulpe, ich weiß, unvollkommene Metapher)

28.03.2025 10:37
Clare

... Aber um noch ein Beispiel zu nennen: die zehn Gebote und das Doppelgebot der Liebe. Das ist doch zumindest eine Veränderung, vielleicht sogar eine Entwicklung. Oder wir sollen Vater und Mutter ehren und im neuen Testament steht, folgt mir nach und verlasst alle und lasst die Toten die Toten begraben (oder so ähnlich). Und wenn Jesus „wahr Mensch UND wahrer Gott) ist, hat er sich selbst in die Zeit begeben und sich zu einem entwickelnden Menschen gemacht.
Ich gebe zu, das muss alles nicht so sein, aber ich weigere mich an einen unveränderlichen starren Gott zu glauben. Und wenn er alles kann, warum sollte er sich nicht verändern oder entwickeln können?

Der Allesgott und der sich ständig verändernde Gott

28.03.2025 11:27
Luxi

Also mir gefällt die Gottesvorstellung von Abi irgendwie besonders! Das Gott einfach alles ist. Und in ihm selbst ist auch das Böse wieder mit dem Guten vereint. Nur in der äusseren Welt sind es getrennte Kräfte. Das hat was!

Und mit den Erklärungen von Clare kann ich jetzt auch mehr anfangen, als zu Beginn. Ich denke auch, dass Gott sich verändern kann, aber nicht im Sinne einer Entwicklung, sondern einfach eben sich verändern kann, dass er kein starrer Gott ist wie ein Stein.

Mir ist es ein Rätsel, warum Gott sich das selber sozusagen angetan hat und in Jesus Mensch geworden ist, sich selber klein gemacht hat. Ja dieser Mensch Jesus, der musste sich erst mal entwickeln. Das stimmt. Wobei ich aber denke, dass das göttliche in ihm keiner weiteren Entwicklung bedurfte. Das Menschliche aber sehr wohl.

28.03.2025 11:36
Ann-Sophie


Tojak schrieb:
Mir hilft folgendes Schema (Autor fällt mir nicht ein):
Gott ist xxx, aber anders als xxx und mehr als xxx.
xxx z. B. ein liebender Vater, Richter.

Abi schrieb:
Gott, wie ich Gott glaube, ist XXX und mehr als XXX. Denn Gott ist alles.


Meine Lieblingsformel -auch irgendwo gelesen heißt : a = X
Das muss ich erklären.
In unserer Tradition haben wir eine Religion der Beziehung (B) zwischen dem Menschen (a) und seinem
Schöpfer (X),
kurz: a B X

Im Osten und in der Mystik sieht die Formel anders aus: a = X
Jesus drückt das so aus:
„Ich und der Vater sind eins.“ Joh.10,30

Diese Worte sind in unserer Tradition für viele Blasphemie.
Wir haben gelernt, Jesus als den Einzigen anzusehen, der wahrhaft Gott und wahrhaft Mensch ist. Das haben wir gelernt als ein Wunder anzusehen.

Für mich ist Jesus nicht der einzige Sohn Gottes, sondern an ihm können wir sehen, wer wir alle sind: Ebenso Söhne und Töchter Gottes.

Es gibt nichts außer Gott.
Von dieser Erfahrung berichten Mystiker aller Religionen.
Und ich denke auch Jesus.

Gott ist alles, Abi. Ja, ich seh es wie du.
Du hast es so gut verständlich rübergebracht. Bei mir ist das alles noch
sehr im Kopf. Es leuchtet mir ein.
Ann-Sophie

Gut und Böse

28.03.2025 15:33
Gelegenheits-Mit-Schürfer

Genankenanregung. Wenn Gott alles ist, dann ist Gott logisch schließend auch Entwicklung, Wandel, Veränderung… sonst wäre er nicht alles.
Wenn wir Gottes Schöpfungen sind, dann ist Gott auch im Schöpfungsprozess oder der Prozess selbst. Vielleicht hat ER Freude (oder keine) daran, wie wir uns entwickeln und will darauf reagieren - für IHN, für uns.
Der Schöpfungsprozess kann nie ein abgeschlossener sein, sonst hätte er uns vollkommen werden lassen. Und doch ist Gott wie die Tulpe, alles in einem (Zwiebel) aber auch wunderschöne, sich z.B. dem Licht anpassende Blüte. Danke, Clare, für die Idee und die interessanten Beispiele!
Abi, sehe ich auch so. Gott muss auch Anteile haben, die wir mit unserem Denken in gute und böse einteilen. Wie könnte er uns etwas (oder die Freiheit dazu) geben, was ER nicht kennt? Menschen denken vornehmlich dualistisch, d.h. starr, gegensätzlich, entweder oder. Gott existiert womöglich in Polarität, d.h. beweglich.

>>>

28.03.2025 15:40
Gelegenheits-Mit-Schürfer

Die Gegensätze gleichen sich aus, der Fokus liegt auf der Bewegung nicht der Trennung der Pole. Man könnte auch sagen, Gut und Böse existieren in Gott nicht, weil bei ihm alles, wirklich alles, auch das von uns als böse gedachte, gut geschöpft wurde bzw. immer schon da war.

Oder noch anders gesagt. Nur Gut UND Böse ergeben erst Ganzheit, Vollkommenheit.

Jesus ist nochmal ein eigenes, sehr spannendes Thema. Das spannendste und größte Geschenk an uns und an sich selbst.

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