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Thema »Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen«

Treffpunkt chaotisches Tiefschürfen

05.03.2025 23:58
Enny (n.N.)

Dies soll ein Treffpunkt sein für alle, die
1) gern tiefschürfen;
2) trotzdem auch gern mal „flacher plätschern“
und ein bisschen Chaos aushalten, welches durchaus mit zu dieser Seite gehört;
und die 3) - und vor allem - Spaß am Wiederkommen und an echtem Austausch haben.

Eingeladen sind ausdrücklich nicht nur alte Häsinnen, und Hasen, sondern unbedingt auch neue Forumsteilnehmer(innen).

Denkt nur bitte an Punkt 3 oben: Ich wünsche mir mehr als nur Einweg-Statements. Stattdessen soll es ein Treffpunkt zum Wiederkommen sein. Mit persönlichen Austausch und Interesse aneinander. Mit Menschen, die nicht nur von sich selbst und nur deshalb schreiben, weil sie es loswerden wollen, sondern die miteinander ins Gespräch kommen wollen. Die aufeinander eingehen, anstatt nur hinzuschreiben oder kurz zu kommentieren und dann abzuhaken.

Themen? Schlägt jeder und jede einfach vor oder beginnt damit. Alles andere ergibt sich schon.

LG
von
Enny
(die sich schon rie-ie-iiesig auf Euch freut!)

Soziale Verteidigung

19.03.2025 20:35
Helmut

Ich schließe mich der Meinung an, dass soziale Verteidigung unbedingt gelehrt werden müsste,
da sie der Ohnmacht entgegenwirkt,
weil sie Chancen hat, wenn Gegengewalt chancenlos ist.

Sie muss deshalb gelehrt werden, von dieser Möglichkeit müsste berichtet werden,
weil sie immer eine der möglichen Optionen sein sollte.

Das Dilemma wird nicht aufgelöst. Aber mir steht damit, mit dem Gedanken und der praktischen Anwendung der sozialen Verteidigung, mehr zur Verfügung als die Gegengewalt, bei der sicher ist, dass es Tod und Elend gibt.







Gewalt und Praxis

19.03.2025 20:54
Helmut

Ich konnte jemanden aus der Gewalt eines vermutlich unter Drogen stehenden jungen Mannes retten, indem ich den Aggressor ab- und damit auf mich lenkte. Nun wurde ich geschlagen. Der Angreifer war kleiner und schmächtiger als ich. Ich überlegte, wie ich dieser Situation entkommen konnte. Da es zwischen den einzelnen Schlägen Pausen gab,
meine Brille flog irgendwann weg, ich wurde jedoch nicht ernsthaft verletzt,
war ich in der Lage, die Situation relativ ruhig zu bedenken.

Tatort war ein Einkaufszentrum, Zuschauer gab es genug.

Wie lange diese Situation andauerte, weiß ich nicht, aus den Augenwinkeln flog eine Hand dem Agressor gegen die Stirn, er stürzte und zwei starke Polizisten hatten große Mühe, den Agressor am Boden liegend festzuhalten. Da war mir klar, dass ich aus Feigheit oder Überlegung ……damit richtig lag, nicht zurück zu schlagen.

Eine Zuschauerin hatte meine Brille an sich genommen und gab sie mir zurück.

Das war vor 35 Jahren.

Letztlich wurde ich durch Gewalt gerettet

19.03.2025 20:59
Helmut

Textberichtigung und Ergänzung:

Wie lange diese Situation andauerte, weiß ich nicht, aus den Augenwinkeln SAH ICH, WIE …USW….flog eine Hand dem Agressor gegen die Stirn.


Wozu dient diesecGeschichte als Argument?

Ich habe richtig gehandelt, denn weder der Aggressor noch ich wurden verletzt.
Gerettet wurde ich durch Menschen, die Gewalt benutzt haben.

@Tojak

19.03.2025 21:05
Leah

Du schreibst:
Wirklich überzeugt haben mich die Konzepte nicht. Die wenigen praktischen Beispiele (Gandhi, US-Bürgerrechtsbewegung), die es gibt, schon eher, aber, wie gesagt, das alles würde gegen eine harte und einigermaßen skrupellose Diktatur versagen.
Möglicherweise. Möglicherweise auch nicht. Ich will den Gedanken nicht verwerfen, schon aus Mangel an echten Alternativen.

Zur Chenoweth-Studie:
Habe sie gerade mal überflogen. Sieht aus wie ein Versuch, zu einem vorab gewünschten Ergebnis zu kommen ("biased"). 38 Seiten lese ich dafür nicht, im Rahmen einer Forendiskussion, die in ein paar Wochen gelöscht wird.
Was lässt dich auf die Idee kommen, die Studie sei biased? Die Frage ist ernst gemeint, bisher ist mir keinerlei Rezeption der Studie bekannt, die zu diesem Schluss kommt. Ich bin auch selbst nach wie vor skeptisch, habe die 372 Seiten (das deutsche Buch dazu) noch nicht durch.
Aber ich will dich natürlich zu nix drängeln, was dir im Vorhinein sinnlos erscheint.
Ich hatte darauf nicht nur im Hinblick auf die Diskussion hingewiesen, sondern weil ich Menschen wie Tina, deren Posting für mich der Aufhänger fürs Schreiben war, ein kleines Fensterchen zu einer Perspektive für die vage Möglichkeit von so etwas wie Hoffnung öffnen wollte. :-)
(Ja, so vorsichtig möchte ich das tatsächlich formulieren. Für mich selbst ist es ja auch nicht mehr. Aber weniger eben auch nicht.)

Müssen wir uns damit abfinden, dass Menschen manipulierbar sind bis zur abgrundtiefen Bosheit (davon gehe ich aus) und dagegen im Ernstfall einfach nichts hilft (davon bin ich nicht überzeugt)?
Wohin führt das?

a) Eine hinreichende Zahl von Menschen für hinreichende Bereitschaft, Böses oder Grausames zu tun, ja. Das reicht.
b) Doch, es hilft etwas (vgl. Bonhoeffer: "Wer hält stand?"). Aber dazu sind weitaus zu wenig Menschen in der Lage. Diese sind 'Salz der Erde'.
c) Zu einer Welt, wie wir sie heute haben.

Also hast Du die Welt und die Menschheit endgültig aufgegeben? Oder hab ich Dich falsch verstanden?

Aber seien wir ehrlich - was hilft denn gegen Putin?
Stärke und Entschlossenheit, diese Stärke auch gegen ihn einzusetzen, nachhaltig und dauerhaft. Und er muss das glauben.

Oha. Und wenn er's nicht glaubt, hilft es auch nicht? Oder hab ich Dich missverstanden?
Hm. Was bedeutet Stärke und Entschlossenheit inhaltlich, bzw. wie weit muss sie gehen? Ist vor oder nach der Atombome Schluss? Der Westen ist längst überlegen an Waffenstärke, und das weiß Putin auch. Wie lang dauert dauerhaft? Liegt bis dahin nicht alles in Schutt und Asche, was eigentlich verteidigt werden sollte?

Seufz.

19.03.2025 21:20
Leah

Ich habe richtig gehandelt, denn weder der Aggressor noch ich wurden verletzt.
Gerettet wurde ich durch Menschen, die Gewalt benutzt haben.

Ja. Aber nicht in Form eines tödlichen Schusses aus einer Polizeiwaffe, sondern durch einen offenbar klug platzierten Schlag eines anderen Unbewaffneten, der den Angreifer außer Gefecht setzte, aber nicht verletzt hat.
Gewalt ist nicht gleich Gewalt. Wichtig ist doch, wie destruktiv sie unterm Strich ist.
Ich bin auch tatsächlich überhaupt keine Pazifistin im Sinne der immer und unter allen Umständen aufrechtzuerhaltenden Gewaltfreiheit.
Aber hey, wie viel Gewaltmöglichkeit haben denn wir einfachen Bürger:innen in Deutschland überhaupt? Uns bleibt doch, wenn wir nichts anderes lernen, nur, uns aufs Militär zu verlassen und wenn das am Ende ist uns zu unterwerfen.

Ja, wie Du oben schreibst, Helmut: Methoden als SV sollten als eine Alternative gelehrt werden, und geübt werden.
Dazu muss das Konzept erst einmal bekannt gemacht werden. Und dann entwickelt, mit Leben gefüllt und für eine Region angepasst werden. In den drei Modellregionen in Deutschland (Berlin Moabit, Wendland, Oberrhein) versuchen Menschen sich schon daran, und in weiteren Orten gibt's immerhin Regionalgruppen.

Was würde Jesus sagen oder tun?

19.03.2025 21:46
Luxi

Als Christ frage ich mich immer wieder: Was würde Jesus dazu sagen, was würde Jesus tun? Was wäre seine Haltung?

Jesus hat sich festnehmen und hinrichten lassen, als es um ihn selber ging. Aber am Vorhof des Tempels hat er die Kämerbuden umgeworfen, als es um die Ehre seines Vaters im Himmel ging. Und für die benachteiligten, armen, kranken, sündigen, verstoßenen Menschen hat er sich eingesetzt. In Bezug auf staatlichen Gehorsam antwortete er: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.

Ich glaube nicht, dass Jesus für Aufrüstung ist, für Waffen und für Krieg. Wenn, dann ist er mit denen, die darunter leiden. Aktiven Widerstand würde er wahrscheinlich nicht leisten, passiven Widerstand denke ich aber schon und wenn erforderlich auch das, was man unter zivilem Ungehorsam versteht. Und ich glaube, er wäre für Gerechtigkeit und für Frieden! Er will uns seinen Frieden geben. Können wir als Christen dann für den Krieg sein?

19.03.2025 21:50
Leah

... Und ich denke diese winzigen Widerstände können etwas bewirken.
Und wenn es nur der Stachel im Fleisch ist.

Sorry, dass ich so reingegrätscht bin. Ich konnte nicht anders.
Bitte lasst uns nicht aufgeben.
Klara


Oh liebe Klara, ganz ganz großen Dank für Dein Schreiben! Tut mir sehr gut und nehme ich jetzt mit in den restlichen Abend und die Nacht.
Schlafen, Kräfte sammeln. Morgen weitermachen.

Mit der Diskussion hier mach' ich aber vermutlich nicht gleich morgen weiter, sondern vermutlich erstmal wieder Pause, denn die nächsten Tage sind eigentlich viel zu voll für mehr als ein paar Minuten Forumszeit.

Lieber Tojak, bitte nicht veräppelt fühlen wenn ich hier lauter neue Fragen an Dich richte und dann evtl. erstmal wieder schweige - ich komm sicher vor Forumsende nochmal wieder, sehr wahrscheinlich auch schon deutlich früher, wie ich mich kenne...

Hab aber einfach nicht das Zeug zur Nachteule und leider schon ohne Forum genug Schlafmangel. Also die Enny-Nummer ("Schlafen kann ich, wenn ich nicht tot bin, im Sommer" oder so ähnlich...) funktioniert bei mir nicht.
(Und sogar Enny macht ja gerade Abstriche. Das ist natürlich bedauerlich weil ihre Beiträge hier fehlen, aber auch zu begrüßen weil es ihrer Gesundheit bestimmt sehr zuträglich ist, also im Sinne künftiger Foren auch von einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit zeugt. Gratulation, die Frau hat's verstanden. Vielleicht. Hoffentlich.)

Hm, ob das genügt als wenigstens ganz kleine Alibi-Flachplätscherei nach all der schweren Kost? (Für richtig lustig bin ich eh die falsche, leider.)

19.03.2025 22:22
Tina B.

Ich muss eigentlich auch ins Bett, aber ich will euch noch kurz schreiben, wie dankbar ich euch allen bin.
Für alle unterschiedlichen Meinungen, für die immer wieder neuen Versuche, den eigenen Standpunkt verständlich zu machen, für alles ernsthafte Verstehenwollen des anderen. Das nehme ich ausnahmslos bei euch allen wahr, mal gelingt es besser, mal schlechter, aber das Bemühen hört nicht auf.
DAFÜR bin ich von Herzen dankbar.
Schlaft gut heute Nacht.
(Die einen mehr, die anderen weniger…)

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